Darum geht es: King Arthur, oder König Arthur wie er bei uns heißt, war bekanntermaßen der Befehlsherr der legendären Ritter der Tafelrunde. Und nicht nur das: Wie der Überraschungshit King Arthur im Jahre 2010 deutlich zeigte, eignet sich seine Person auch hervorragend als Protagonist eines Computerspiels, das auf gekonnte Weise Strategie und Rollenspiel mixt. Was lag da also näher, als auf den erfolgreichen ersten Teil einen Nachfolger zu bringen?
Obwohl zum Ende des ersten Abenteuers um King Arthur ganz Britannien vereint und befriedet war, wird gleich zu Beginn von King Arthur 2 schnell deutlich, dass für die Briten keineswegs ein goldenes Zeitalter eingeschlagen ist: Die Hexenkönigin von den Orkney-Inseln zieht mit einer alten Dämonenrasse eine Spur der Verwüstung über die Insel. In der Rolle von König Arthurs Sohn William Pendragon muss der Spieler nun in der fünf Kapitel umfassenden Kampagne die Hexenkönigin mit ihren Fomorians zurückschlagen und gleichzeitig sich um abtrünnigen Fürsten kümmern.
Positiv: King Arthur 2 begreift sich selbst als “role playing wargame”. Ist das Spiel in der grundsätzlichen Spielmechanik an die Total War-Reihe angelehnt, so haben die Entwickler den Fokus von Anfang an auch auf die Rollenspielelemente gelegt. Es gibt eine Vielzahl an Truppentypen, die zahlreiche Fertigkeiten und Eigenschaften besitzen und upgegraded werden können, sowie eine Menge Items und Artefakte.
Das Missionsdesign überzeugt mit abwechslungsreichen und gut geschriebenen Quest-Handlungen, wobei sich die Questaufgaben in drei Unterarten aufteilen: Schlacht, Diplomatie und Abenteuer. Dazu gibt es die Möglichkeit, vor den Quests in Textfenstern die Ausgangsbedingungen durch ein Entscheidungssystem zu verändern, welches insgesamt als moralisches Koordinatensystem dient und Ihre Entscheidungen zwischen den Polen tyrannisch/rechtschaffen und christlich/heidnisch einordnet. Die Kampagne von King Arthur 2 ist lang und hat aufgrund der diversen Entscheidungsmöglichkeiten und unterschiedlichen Vorgehensweisen auch noch den Vorteil eines hohen Wiederspielwertes. Verpackt wird das Ganze in einem schönen düsteren Szenario vor dem Hintergrund der Arthus-Saga.
Grafisch ist King Arthur 2 gut gelungen und glänzt mit schönen Schlachtfeldern, ansehnlichen Karten, guter Lichtstimmung und detaillierten Einheiten. Allerdings kann das Spiel trotzdem nicht mit der überragenden Qualität der Total War-Spiele mithalten. Beim Sound überzeugt King Arthur 2 mit einem guten englischen Quest-Erzähler und einer klangvollen Musik und Hintergrundkulisse.
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Negativ: Fangen wir bei den noch leichteren Mängeln von King Arthur 2 an: Trotz der umfangreichen Kampagne fehlt dem Spiel ein Multiplayer-Modus, und auch ein zweiter Kampagnenstrang ist nicht vorhanden. Dazu kommt eine schwache Gegner-KI die zumeist wenig überraschend agiert und teilweise nicht nachvollziehbare Aussetzer auf der Kampagnen-Karte hat.
Bei der Grafik allerdings erlaubt sich Paradox Interactive schwere Schnitzer. So ereilen die Spieler bei größeren Schlachten selbst auf High-End Systemen mit starken Grafikkarten und Mehrkernprozessoren erhebliche Performance-Einbußen, die den Spielfluss und nicht zuletzt die Laune senken. Dazu kommen jede Menge Bugs, Spielabstürze, falsche Texte und Fehler im Spiel, die auch die 2 bisherigen Patches nicht beheben konnten. Mit diesem Fehlerpaket wird das muntere Durchspielen eher zur Geduldsprobe für die eigenen Nerven und für den eigenen PC.
Fazit: So ist das häufig mit den Nachfolgern erfolgreicher Spieletitel: Erst herrscht Vorfreude, dann Enttäuschung. Dazu kommt, dass der Spieler bei King Arthur 2 unweigerlich das Gefühl nicht los wird, dass hier mit heißer Naht genäht wurde und angesichts der zahllosen Bugs und Probleme sich die Entwickler lieber noch etwas mehr Zeit für die solide Entwicklung hätten nehmen sollen. So bleibt King Arthur 2 zwar ein Spiel mit guten Ideen und einem gelungenen Konzept, das aber durch die katastrophale Umsetzung nur schwer spielbar ist. Hoffentlich werden die kommenden Patches die Probleme beheben. Bis dahin sollten sich Spieler mit dem Kauf gedulden.